Der Altersanzug – Ein Experiment

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Altern ist etwas, dass uns alle betrifft, was gleichzeitig jedoch in seinen Auswirkungen für junge Menschen nicht nachvollziehbar bzw. einzuschätzen ist. Hier setzt die Idee eines Altersanzugs an. Dieser soll die typischen Einschränkungen älterer Menschen auch für Jüngere erlebbar machen. Hierzu werden typische Alterseffekte simuliert. Zur Abbildung physischer bzw. muskuloskeletaler Einschränkungen, wie Kraftmangel und Bewegungseinschränkungen arbeitet der Anzug mit Gewichten und Manschetten. Bspw. tragen die Probanden eine Weste mit Gewichten und Gewichtsmanschetten an Armen und Beinen. Der Hals und die Kniegelenke werden mit Bandagen unbeweglicher gemacht. Neben den physischen Einschränkungen spielen für die Alterssimulation sensorische Einschränkungen eine wesentliche Rolle. Mit dem Altersanzug können unterschiedliche degenerative Augenerkrankungen durch Brillen simuliert werden, ebenso wie Einschränkungen des Sehfeldes. Hochtonschwerhörigkeit und optional auch Tinitus werden zusätzlich abgebildet. Daneben kann mit einem Tremorsimulator ein Zittern oder auch Bewegungsschmerz (Gicht) in den Händen simuliert werden. Gerade diese sensorischen Einschränkungen tragen erheblich zum Alterserleben bei, da junge Menschen die rein physischen Einschränkungen noch relativ gut kompensieren können. Aus dem Zusammenspiel resultiert jedoch eine Stresssituation, die dem Erleben im Alter relativ nahe kommt. Im Film kann man sehr gut die Orientierungsschwierigkeiten beobachten. Auch die mangelnde Sensorik im Greifen zeigt sich im Verhalten der Probanden. Im Zusammenspiel mit der körperlichen Belastung durch die Gewichte wiegen diese Einschränkungen noch schwerer. Im Film wird der Anzug GERT von Wolfgang Moll eingesetzt.

Durch den Einsatz des Anzugs wird das Themengebiet des Fachs Gerontologie für die Studierenden greifbarer bzw. erlebbar. Gerontologie als Wissenschaft des Alterns beschäftigt sich neben den biologischen Auswirkungen des Alterns eben auch mit sozialen und psychologischen Effekten des Alterns. Die Erlebten Einschränkungen machen es leichter Lebenswelten Älterer zu beurteilen und Potenziale für intervenierende Aktivitäten abzuschätzen. In der Beobachtung der Kommilitonen wird die Ähnlichkeit zum Verhaltenen Älterer in Alltagssituationen augenfällig. Anzumerken ist, dass die Seheinschränkungen die Probanden ad hoc treffen, sich bei Älteren jedoch über Jahre hinweg in der entsprechenden Stärke sukzessive herausgebildet haben. Somit haben Menschen in der Realität i.d.R. eine lange Zeit, die Einschränkungen mental und verhaltenstechnisch zu kompensieren. Allerdings bemerkten die Studierenden hier, wie auch bei Tinnitus und Tremor bereits sehr schnell erste Gewöhnungs- und Kompensationseffekte des eigenen Gehirns. Auch dies ist spannend und eine interessante Erfahrung.


Aging is a phenomenom concerning all people. Nevertheless, the effects of aging are not perceivable by young persons. To make this possible, age simulation suits have been elaborated. These suits simulate the typical symptoms of aging. For physical effects, the suit works with weights and bandages. For exampla, the students wear a vest with weigts in it and additional weights at arms and legs. Their knees are bandaged. Beside this physical limitations, emerging sensorical constraints are essential in the aging process. With the age simultation suit, different degenerative diseases of the eyes can be simultated. Furthermore high-frequency hearing loss ad tinnitus are reproduced. Moreover, it has an simulator for tremor. Especially this sensorical restrictions let aging become tangible. While young people can normaly compensate the physical restrictions, the sensorical constraints bring them in a stress-situation, which imitates the real sitaution of old people. In the film, problems within orientation are observable very well. In addition, the tremor influenced tactile senses hindert o grasp easily.

The age simulation suit makes aging tangible for students. Gerontology as the science of aging, focused on biological influences as well as on psyhological or social influences. The self experienced constraints give the students a better perception of life and enviroment of older people.